FÜNF FRAGEN, EHRLICHE ANTWORTEN
Patrik im Gespräch.
Patrik, du fotografierst seit über drei Jahrzehnten. Was hat sich verändert – und was ist geblieben?
«Verändert hat sich fast alles: Film, digital, Photoshop, jetzt KI. Geblieben ist, was zählt: die Magie, den Moment intuitiv und blitzschnell in ein Bild zu fassen. Der Moment, in dem ein Mensch vor der Kamera vergisst, dass er fotografiert wird. Den kann keine Technik erzeugen. Wenn den Leuten wohl ist, gibt es gute Bilder. Daran hat sich seit dem ersten Kodak-Film in Vaters Kamera nichts geändert.»
Heute macht jedes Handy «gute Bilder». Wofür braucht es dich dann noch?
«Schnell mal ein ‹gutes Bild› – privat ist das heute einfach nett. In der Werbung aber kann ein Bild, das nicht wirkt, viel Geld kosten. Denn ein gutes Bild ist noch lange kein wirksames Bild. Meine Arbeit beginnt vor der Aufnahme: mit meiner Idee, meinem Bildkonzept, ab und zu dem ganzen Werbekonzept – damit das Bild der Sache dient, für die es gemacht wird. Und sie besteht darin, das Wesentliche zu erfassen: das Wesentliche einer Person, einer Gruppe, eines Vorgangs, eines Produkts. Wer das Wesentliche zeigt, braucht keine Effekte – aber eine Ästhetik und eine Story, die uns erreicht.»
Du hast diese Website selbst designt?
«Ja – und ich hatte grossen Spass, all die Ideen einzubringen, die ich teilweise schon lange im Kopf hatte: Farbgestaltung, interaktive Elemente, Texte und die ganze Logik. Kreativität beginnt bei mir in der visuellen Vorstellung und führt ins Musische, Erfinderische, Sprachliche und Technische – dies zu bündeln ist meine Arbeit. Der Preisrechner zum Beispiel: ganz im Sinn der Visibility – Preise auf den Tisch. Natürlich lässt sich nicht alles offerieren, manches bleibt eine Anfrage. Aber man weiss sofort, woran man ist. Direktanruf, WhatsApp – das wollte ich drin haben. Und die visuellen Tools sind keine Effekte, sondern Storytelling: Die Leute sollen mich über diese Website schon einmal kennenlernen. Denn genau das ist meine Aufgabe – neue Ideen zu Fotos, Film und Content werden zu lassen. Und wer will: Dem designe ich eine neue Website, mit Unterstützung vom Techniker.»
Auf Hochzeiten kannst du so unauffällig sein – und dann sollst du 130 Gäste zum Gruppenbild ordnen. Wie geht das zusammen?
«Das ist kein Widerspruch, das ist mein Beruf in zwei Gängen. In der Reportage bin ich unauffällig nah dran und hole die echten Momente – das Zittern vor dem Ja, den Blick der Mutter. Und wenn das Gruppenbild ansteht, kann ich sehr auffällig sein: Dann ziehe ich die Aufmerksamkeit im fröhlichen Gespräch auf meine Kamera – bei Einzelnen, Paaren, Familien oder eben 130 Personen, im Nu arrangiert. Kürzlich fotografierte ich an einem Firmenevent über 90 wechselnde Gruppen an einem Abend. Das muss zackig gehen, Spass machen und tolle Bilder geben.»
Und wenn eine Firma sagt: «Unser Betrieb ist unfotogen»?
«Dann sage ich: Genau deshalb komme ich. Werkhallen, Labors, Baustellen – dort entstehen die ehrlichen, starken Bilder, die sich von jeder Stockfoto-Beliebigkeit abheben. Menschen bei echter Arbeit sind nie unfotogen. Und in einer Zeit, in der jeder KI-Hochglanz erkennt, ist Echtheit das beste Werbemittel: Ich steigere Ihre Sichtbarkeit – mit dem, was wirklich da ist.»
Zufrieden mit der Visibility?
«Film und Fotografie sind kein Beauty-Contest. Ich schaffe, was ich entdecke, was Interesse weckt, was attraktiv ist. Dies mache ich zu Bildern und erzähle damit eine Geschichte, die anspricht. Das ist für mich Visibility.»